Neue Publikationen aus dem Projekt zur Digitalisierung in öffentlichen Organisationen
Im Kontext des Projekts zur "Digitalisierung in öffentlichen Organisationen" sind zwei neue Publikationen entstanden:
(1) Einerseits zeigen Büchner et al. in ihrem Buch die zentrale Rolle von Organisationen als Instanzen der Formierung und Bearbeitung von Fällen auf. Sie diskutieren empirisch-konzeptionell sowie theoretisch Formen und Problematiken organisationaler Fallbearbeitung in unterschiedlichsten Feldern, z.B. in der sozialen Hilfe, der Medizin oder der Polizei, und bieten so Impulse für die Reflexion über die Optimierung, Digitalisierung und (Re-)Organisation von Fallbearbeitung.
Stefanie Büchner, Katharina Braunsmann, Korbinian Gall, Justus Rahn & Irina Zakharova (Hg.) (2025): Fall und Fallförmigkeit – Organisationen als Kontexte von Fallbearbeitung. Bielefeld: transcript. DOI: 10.14361/9783839471500
(2) Andererseits weisen Büchner und Braunsmann in einem Artikel darauf hin, dass sich professionelle Erwartungskomplexe nicht dominant in der Softwaregestaltung niederschlagen. Vielmehr prägen neben professionellen Erwartungskomplexen zugleich auch solche die Softwareentwicklung, die eher organisational geprägt sind oder auf veränderte gesellschaftliche Erwartungen digitaler Kommunikation zurückgehen. Die Ergebnisse deuten empirisch auf die Komplexität und Heterogenität von Digitalisierungsinitiativen hin, selbst wenn diese stark durch Professionen strukturiert sind. Sie lassen sich nicht auf einen einfachen Nenner wie den der Re- oder Deprofessionalisierung bringen und markieren damit zugleich konzeptuelle Herausforderungen für die Analyse des Verhältnisses von Organisation, Profession und digitalen Technologien.
Stefanie Büchner & Katharina Braunsmann (2025): Professionsgetriebene Digitalisierung - Ethnografie der Softwareentwicklung und konzeptuelle Herausforderungen. In: Arbeit 34 (3), S. 185-210. DOI: 10.1515/arbeit-2025-0011