Arbeitswelt in Folge der COVID-19-Krise

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Projekthintergrund

Das Projekt untersucht, wie sich die ökonomischen und sozialen Disruptionen in Folge der COVID-19 Pandemie kurz- und mittelfristig auf die Digitalisierung der Arbeitswelt auswirken, ob sie gar als Katalysator für einen Digitalisierungsschub wirken. Die Methodik des Projekts zielt darauf ab, tiefgreifende strukturelle Veränderungen zu identifizieren, die den unmittelbaren wirtschaftlichen Schock überdauern werden. Dabei gehen wir davon aus, dass die Auswirkungen der Krise durch institutionelle Rahmenbedingungen und politische Interventionen in Bezug auf Beschäftigung, Sozialversicherungssysteme, Sozialpartnerschaften und Investitionsprogramme gestaltet werden können.

Die Analyse zielt daher auch auf politische Gestaltungsoptionen, mit denen negative Folgen für die Beschäftigten abgefedert oder verhindert werden können. Unser Augenmerk liegt darüber hinaus auf Ansätzen, die die Krise als Chance für eine sozial ausgewogene und inklusive Transformation der Arbeitswelt nutzen wollen.

Fragestellung des Projekts

Die Untersuchung beinhaltet fünf Fragekomplexe:

  1. Bewirkt die Krise stärkere Investitionen in Bezug auf Automatisierungstechnologien, wie Robotik, Software oder Künstliche Intelligenz? Befördert dieser Schub die Substitution von Arbeit in Industrie- und Dienstleistungsberufen?
  2. Kommt es zu einer beschleunigten Einführung digitaler Technologien, die auf Veränderungen in Geschäftsmodellen, Produktionsmodellen und Arbeitsorganisation abzielen? Verändern sich dadurch Berufsprofile, Qualifikationen und Arbeitsbedingungen?
  3. Ausweitung des mobilen Arbeitens durch digitale Hilfsmittel: Sind die Bemühungen von Unternehmen, die Arbeit weniger ortsabhängig zu machen ein dauerhaftes Phänomen? Wie wirkt sie sich dies auf Kollaborationsformen, Work-Life-Balance sowie gender-basierte Ungleichheiten aus?
  4. Reshoring: Fördert die COVID-19-Krise eine geographische Restrukturierung von Wertschöpfungsketten, z. B. durch eine regionale Integration und Konsolidierung der Kapazitäten?
  5. Plattformarbeit: Gibt es Veränderungen in Bezug auf Quantität und Qualität nicht standardisierter Beschäftigungsformen, die über digitale Plattformen vermittelt werden?

Empirisches Vorgehen

Die Untersuchung ist qualitativ und quantitativ angelegt. Das qualitative Arbeitspaket umfasst detaillierte Fallstudien in sechs ausgwählten Sektoren (Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie, Finanzen, Gesundheit, Handelslogistik), die Einblicke in die Motivationen und die langfristigen Ziele und Visionen der Akteure aus sechs ausgewählten Sektoren geben. Diese werden durch eine Analyse von Sekundärquellen wie Unternehmensberichten und Medienberichten ergänzt. Mittels quantitativer Befragungen werden zusätzliche Informationen über die Häufigkeit und Verteilung von Automatisierungs- und Digitalisierungsstrategien zwischen verschiedenen Sektoren und Unternehmensgruppen erhoben.

Die qualitativen Studien werden zur Entwicklung standardisierter Indikatoren und zur Verfeinerung der Methodik für die quantitative Erhebung in denselben sechs Sektoren verwendet. Durch den Mixed-Methods-Ansatz gewinnen wir sowohl Einblicke über die Motivationen, langfristigen Ziele und Visionen der Akteure auf der Mikroebene als auch umfassende Daten über die allgemeinen Trends der digitalen Transformation in den untersuchten Sektoren.

Dr. Florian Butollo
Projektleitung

WZB

Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion

+49 30 - 700141-073
Prof. Dr. Martin Krzywdzinski
Projektleitung

WZB

Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion

+49 30 - 25491-217
Dr. Jana Flemming

WZB

Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion

Christine Gerber

WZB

Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion

David Wandjo

WZB

Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion

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