Digitale Kontrolle in Arbeitsverhältnissen

FAU Erlangen-Nürnberg

Projekthintergrund

Digitalisierung verändert die Art der Arbeit und die Arbeitsverhältnisse. Neue Technologien wie Sensoren am Körper, GPS-Verfolgung und Datenanalyse in Realzeit durch künstliche Intelligenz ermöglichen es, Beschäftigte stärker zu kontrollieren als bisher. Dieses interdisziplinäre Projekt (Soziologie, Psychologie, Ökonomie) beschäftigt sich mit digitaler Kontrolle, worunter die Überwachung und Kontrolle nicht nur von Arbeitnehmern sondern auch von Arbeitgebern und Managern verstanden wird.

Da digitale Kontrolle Vor- und Nachteile für alle Akteure aufweist, wird sie Gegenstand eines komplexen Aushandlungsprozesses sein, der neue soziale und legale Normen hervorbringen dürfte, wie mit Digitalisierung umzugehen ist.

Fragestellung des Projekts

Wir untersuchen, wie die Hauptakteure in Arbeitsverhältnissen, also Arbeitgeber und Manager auf der einen und Arbeitnehmer und Betriebsräte auf der anderen Seite, mit den neuen Möglichkeiten digitaler Kontrolle umgehen. Auf Arbeitgeberseite werden Bedingungen und Faktoren analysiert, die bestimmen, ob und wie Organisationen bestimmte Formen digitaler Kontrolle einführen. Experimentell erforschen wir, unter welchen Umständen Arbeitgeber und Manager an der Implementierung digitaler Kontrolle interessiert sind und wie sie die Interessen und Reaktionen der Mitarbeiter antizipieren. Auf Arbeitnehmerseite betrachten wir die Interessen der Mitarbeiter sowie ihre Reaktionen auf die Einführung digitaler Kontrolle.

Wir untersuchen, unter welchen Umständen Arbeitnehmer bestimmte Kontrolltechnologien akzeptieren und ob sie sich mit der Zeit an diese gewöhnen. Zudem analysieren wir, ob potenziell moderierende Faktoren wie ein Betriebsrat, eine höhere Entlohnung und Merkmale der Technologie eine Rolle spielen. Schließlich bringen wir beide Seiten zusammen und untersuchen ob, wann und wie Konflikte über die Einführung digitaler Kontrollmechanismen gelöst werden können.

Empirisches Vorgehen

Methodisch verwenden wir vor allem ein experimentelles Design, das es erlaubt, auch die Interessen solcher Arbeitnehmer und Firmen herauszuarbeiten, die mit einer bestimmten Technologie noch nichts zu tun hatten. Wir führen Vignettenstudien durch, in denen wir Arbeitnehmern, Managern und Betriebsräten hypothetische Situationen präsentieren und damit die Bedingungen ermitteln, unter denen bestimmte Vorrichtungen und Prozeduren der digitalen Kontrolle akzeptiert werden. Ergänzend führen wir eine Längsschnittstudie am Arbeitsplatz durch, um auch tatsächliche Erfahrungen mit digitaler Kontrolle analysieren zu können.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Martin Abraham
Projektleitung

FAU Erlangen-Nürnberg

Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung

+49 911 - 5302-680
Prof. Dr. Cornelia Niessen
Projektleitung

FAU Erlangen-Nürnberg

Lehrstuhl für Psychologie im Arbeitsleben

+49 9131 - 85-64001
Prof. Dr. Claus Schnabel
Projektleitung

FAU Erlangen-Nürnberg

Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre

+49 911 - 5302-330
Luisa Weber

FAU Erlangen-Nürnberg

Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung

Mauren Wolff

FAU Erlangen-Nürnberg

Lehrstuhl für Psychologie im Arbeitsleben

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