Digitalisierung der Arbeitswelten. Zur Erfassung und Erfassbarkeit einer systemischen Transformation

DFG-Schwerpunktprogramm 2267

Das interdisziplinäre DFG-Schwerpunkprogramm „Digitalisierung der Arbeitswelten“ hat das Ziel, den sich im Zuge der Digitalisierung abzeichnenden, grundlegenden Wandel der Arbeitswelt empirisch zu erfassen, historisch einzuordnen und gesellschaftswissenschaftlich zu analysieren.

Industrie 4.0 und Plattformökonomie

„Industrie 4.0“, „Arbeit 4.0“ oder „New Work“ – die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt zunehmend. Nichts hat das deutlicher gemacht als die Corona-Krise: ob im HomeOffice oder in systemrelevanten Berufen – Digitalisierung hat vieles in der Krise erst ermöglicht. Wie sehr die Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändert, ob Berufe und Arbeitsplätze wegfallen und welche neuen Tätigkeiten und Kompetenzen gebraucht werden – das bewegt Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft seit einigen Jahren. Der Aufstieg der Tech-Giganten wie Google, Facebook oder Amazon wirft Fragen für etablierte Industrien und erprobte Geschäftsmodelle auf – aber auch für die politische Regulierung.

Big Data und Künstliche Intelligenz

Das Internet der Dinge (IoT) vernetzt zunehmend die physische und digitale Welt, Big Data und Künstliche Intelligenz ermöglichen neue Dimensionen an Automatisierung: Vom Leichtbauroboter in der Industrie bis zu Wearables in der Logistik. Von Predictive Maintenance in großtechnischen Anlagen bis zum humanoiden Roboter oder dem ChatBot im Kundenservice bei Banken und Versicherungen. Vom Drohneneinsatz in der Landwirtschaft bis zu Machine Learning in der Medizin. Vom autonomen Transportfahrzeug bis zu lernenden Systemen im Personalwesen oder Finanzabteilungen. Von der automatisierten Texterstellung und -verarbeitung in Journalismus oder Rechtswesen bis zur stimmbasierten Erkennung von Gefühlen im CallCenter.

Transformation im Fokus

Überall verändert die Digitalisierung Arbeit und deren Organisation. Und überall in Gesellschaft diskutieren wir über Konsequenzen für Arbeitsmarkt und Beschäftigung, für Ausbildung und Lernen und für die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten und Solo-Selbständigen. Wie dramatisch und grundsätzlich dies alles Arbeit und Gesellschaft verändert – darüber wird seit Jahren kontrovers diskutiert und anwendungsbezogen geforscht.

Das Schwerpunktprogramm 2267 erforscht nicht einzelne Technologien oder Ausschnitte der Arbeitswelt, sondern nimmt die Veränderung der Arbeitsgesellschaft als Ganzes in den Blick. In interdisziplinärer Grundlagenforschung wird gefragt, ob der sozio-technische Prozess der Digitalisierung den Charakter einer systemischen Transformation hat. In mehr als 15 Einzelprojekten untersuchen Geschichtswissenschaften, Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften nicht nur Ausmaß und Folgen des Wandels, sondern auch seine Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit sowie seine unterschiedlichen Dynamiken.

Neueste Events des SPP 2267

26 Nov
Ort: Virtuell
 

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