Ausdifferenzierung von (post-)bürokratischen Organisationsstrukturen im Kontext der digitalen Transformation.

Universität Potsdam/Universität Bielefeld

Projekthintergrund

Organisationen geraten durch die Digitalisierung immer mehr unter Anpassungsdruck. Auf der einen Seite führen neue digitale Technologien zu mehr Transparenz, neuen Kollaborationsmöglichkeiten und geteiltem Wissen. Auf der anderen Seite müssen Entscheidungen schneller getroffen werden, weil neue Geschwindigkeiten entstehen. Glaubt man den einschlägigen Diagnosen im Managementdiskurs, geht es bei der Digitalisierung um nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Während die soziologische Reflexion zu Digitalisierung in Organisation noch in den Kinderschuhen steckt, sehen Organisationen sich ganz konkret im Zugzwang der digitalen Transformation.

In der Praxis führt dieser Handlungsdruck zu zwei zentralen Bewegungen, die sich reziprok verstärken: Einerseits zeichnen sich Digitalisierungsbemühungen von Organisationen in Bezug auf die Produktion, das Management der Umweltbeziehungen oder die datengestützte Transparenz der gesamten Wertschöpfungskette. Zusätzlich ist zu erkennen, dass immer mehr Organisationen neue und mit dem Label ‚agil‘ oder ‚selbstorganisiert‘ versehene Organisationsformen, wie das ‚Holacracy-Modell‘ und Projektmanagementansätze wie ‚Scrum‘ einführen.

Fragestellung des Projekts

Ziel des Forschungsprojekts ist es zu erklären in welcher Beziehung sich Digitalisierungs- und Entbürokratisierungprozesse beobachten und erklären lassen.
Als zentrale Fragestellung soll aufgezeigt werden, welche Effekte Digitalisierungsinitiativen auf die formale Erwartungsstruktur der Unternehmen haben, an welchen Stellen im Kontext der Digitalisierung Entbürokratisierungsprozesse zu beobachten sind und welche organisationalen Bewegungen und Spannungsfelder sich im Zuge dessen ausbilden.

Empirisches Vorgehen

Das Forschungsprojekt ist auf einen Zeitraum von 36 Monate angelegt. Hierbei werden mehrere deutsche Unternehmen, welche mit Digitalisierungsprojekten einhergehende postbürokratische Initiativen durchgeführt oder gestartet haben, empirisch untersucht. Für jene Untersuchung werden theoriegeleitete Erklärungs- und Forschungsmodelle entwickelt und zwei Methoden der Interviewführung in der Praxis verglichen.

Die Forschungsobjekte werden in ihren jeweiligen Fallstudien anhand qualitativer Interviews sowie teilnehmender Beobachtungen untersucht. In einem mixed methods Ansatz ergänzt ein breit angelegter Survey die Ergebnisse aus den Fallstudien um quantitative Vergleichsdaten.

Prof. Dr. Maja Apelt
Projektleitung

Universität Potsdam

Professur für Organisations- und Verwaltungssoziologie

+49 331 - 977-339-001
Prof. Dr. Stefan Kühl
Projektleitung

Universität Bielefeld

Professur für Organisationssoziologie

+49 521 - 106-3977
Dr. Judith Muster
Projektleitung

Universität Potsdam

Professur für Organisations- und Verwaltungssoziologie

+49 331 - 977-3390 07
Lene Baumgart

Universität Potsdam

Professur für Organisations- und Verwaltungssoziologie

Pauline Boos

Universität Potsdam

Professur für Organisations- und Verwaltungssoziologie

Bernd Eckstein

Universität Bielefeld

Professur für Organisationssoziologie

Wir setzen auf unserer Website nur technisch notwendige Cookies ein. Eine Weitergabe von Daten an Dritte erfolgt nicht.

Datenschutz Impressum