Theoretische Perspektiven und Konzeptualisierung von Digitalisierungseffekten auf die menschliche Arbeit im Gesundheitswesen

Universität zu Köln/Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Projekthintergrund

Eines der bemerkenswertesten Beispiele der digitalen Transformation, mit tiefgreifenden gesellschaftlichen und organisatorischen Auswirkungen, ist der Bereich der personalisierten Medizin. Die Auswirkungen neuer Technologien sind in der Gesundheitsversorgung gewaltig, zum Beispiel weil die Arbeit mit genomischen Daten (Genexpressionsanalysen und / oder Veränderungserkennung) mit der Entwicklung von preiswerten Gensequenzierungstechnologien die klinische Routine erreicht hat und damit personalisierte Medizin für jedermann prinzipiell zur Verfügung steht.

Allerdings führt Digitalisierung nicht nur zu Vorteilen. Zum Beispiel wird auch erwartet, dass sich das gesundheitliche Versorgungsmodell verändert, mit weitreichenden Konsequenzen für die Arbeitspraktiken und die Wirtschaftlichkeit von medizinischen Fachkräften. Ganze medizinische Berufszweige könnten obsolet werden oder sind mit massiven Veränderungen ihrer Arbeitsweise konfrontiert. Obwohl die digitale Transformation tiefgreifende Veränderungen in der Gesundheitsversorgung verursacht, fehlen Theorien, die dieses Phänomen beschreiben und erklären. Es fehlt eine ganzheitliche Sicht auf die Digitalisierung und ihre Effekte.

Fragestellung des Projekts

Eine Theorie, die bewusst zur Erklärung von Transformationen aufgrund fortgeschrittener Technologien geschaffen wurde, ist Zuboffs (1988) Theorie der Smart Machine (TSM). Bisher wurde TSM aber noch nicht überprüft. Dieses Forschungsvorhaben verfolgt zwei Ziele. Erstens soll TSM im Gesundheitswesen mittels einer empirischen Studie getestet werden. Zweitens wird eine neue Theorie für das Phänomen der digitalen Transformation im Gesundheitswesen und in der medizinischen Arbeit entwickelt. Auf diese Weise steht am Ende des Projektes eine erklärende Theorie zur Verfügung, selbst wenn die erste Studie TSM widerlegt.

In diesem Fall kann die neuentwickelte Theorie mit der erfolglosen TSM verglichen und analysiert werden, was sich von der früheren IT- basierten Transformation seit den 1980er-Jahren zur aktuellen digitalen Transformation verändert hat. Unabhängig vom Ergebnis wird so ein Beitrag zur kumulativen Tradition von Transformationsstudien geleistet. Die Ergebnisse verbessern das Verständnis der Auswirkungen von IT und des Einflusses von IT auf Arbeitsprozesse sowie die Veränderungen in der Arbeitswelt

Empirisches Vorgehen

Zur Erreichung des ersten Ziels wird ein auf TSM basierendes Forschungsmodell in einem realen organisatorischen Kontext empirisch quantitativ getestet. Zur Erreichung des zweiten Ziels wird innerhalb der Domäne Gesundheitsversorgung und medizinische Arbeit der Effekt der Einführung und Verwendung eines neuen digitalen IT-Artefakts, der Genomsequenzierung, auf die Arbeitsprozesse von Forschern und medizinischen Praktikern qualitativ untersucht.

Prof. Dr. Christoph Rosenkranz
Projektleitung

Universität zu Köln

Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und integrierte Informationssysteme

+49 221 - 470-5368
Prof. Dr. Ali Sunyaev
Projektleitung

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB)

+49 721 - 608 46037
Dr. Tamina Seeger-Nukpezah

Uniklinik Köln

Scott Thiebes

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB)

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