Eine vergleichende Analyse von Institutionengefügen und Gigwork-Plattformen

Universität Hamburg/Technische Universität Berlin

Projekthintergrund

Einer der öffentlich am stärksten sichtbaren und häufig kontrovers diskutierten Aspekte der Digitalisierung der Arbeitswelten ist die Arbeit auf Gigwork-Plattformen. Gigwork-Plattformen vermitteln ortsgebundene Dienstleistungen über das Internet. Dazu bringen sie Dienstleistende und Konsumierende zu-sammen und organisieren meist relevante Anteile der Transaktion. Beispiele für Plattformen, die diese Art von Plattformarbeit vermitteln und die in diesem Projekt im Mittelpunkt stehen sind Unternehmen aus den Bereichen Food-Delivery, wie Foodora und Deliveroo, Beförderung, wie Uber und Lyft, und Übernachtung, wie AirBnB.

In der Wissenschaft wird Gigwork häufig als einheitliches Phänomen diskutiert; die Plattformen gelten als Disruptoren, die die globale Arbeitswelt einschneidend verändern. Tatsächlich sind Plattformen aber international unterschiedlich ausgeprägt: Die Arbeitsverhältnisse von „Ridern“ (Essenkuriere auf Fahrrädern) sind in vielen Ländern äußerst prekär, in manchen aber auch weniger. Uber ist in Deutschland mit seinem Geschäftsmodel gescheitert, in anderen Ländern macht es dem Taxigewerbe Konkurrenz, Arbeitsleistungen im Zusammenhang mit Übernachtungen sind weitgehend unerforscht.

Fragestellung des Projekts

Das Projekt geht von der Annahme aus, dass es unterschiedliche Spielarten des Kapitalismus gibt, d.h. dass sich die Wirtschaftsregime in unterschiedlichen Ländern in Komplementarität zu dem jeweiligen nationalen Institutionengefüge zu unterschiedlichen Typen entwickelt haben. Mit Blick auf die neue Organisations- und Arbeitsform der Gigwork-Plattform stellen sich unter dieser Prämisse drei Fragen:

1.Ob und wie unterschiedlichen Institutionengefüge in Wechselbeziehung mit der Form, Größe, Erfolg oder Misserfolg von Gigwork-Plattformen in unterschiedlichen Ländern stehen 2. Ob sich in diesen Wechselbeziehungen Muster abzeichnen und 3. Welche Mechanismen den Zusammenhang zwischen Institutionengefügen und Plattformorganisationen vermitteln

Empirisches Vorgehen

Das empirische Vorhaben des Projekts lässt sich in zwei Teile aufgliedern. Es wird angenommen, dass sich die synchrone und diachrone Vergleichsperspektive aus den beiden Projektteilen fruchtbar ergänzen. In dem einen Projektteil wird ein breiter internationaler Vergleich angestrebt.

Dazu wird ein Datensatz über die relevanten Institutionengefüge und Informationen über Gig-Work-Plattformen in 28 EU-Ländern aufgebaut und mit clusterbildenden Verfahren analysiert. In dem anderen Projektteil wird die Etablierung von Gig-Work-Plattformen in bis zu fünf unterschiedlichen europäischen Ländern in Fallstudien im Sinne eines Process-Tracing detailliert untersucht.

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Prof. Dr. Jürgen Beyer
Projektleitung

Universität Hamburg

+49 40 - 42838-3229
Katharina Legantke

Universität Hamburg

Prof. Dr. Stefan Kirchner
Projektleitung

Technische Universität Berlin

Dr. Dzifa Ametowobla

Technische Universität Berlin

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