Dynamics of the digital transformation: permeation, making available, and perpetuating in the process of digitalization within the healthcare sector.
FAU Erlangen-Nürnberg
Projekthintergrund
Mit der digitalen Transformation gehen tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt einher, deren vielschichtige, z.T. widersprüchliche und asynchrone Dynamik bislang jedoch nur partiell verstanden wird. Herkömmliche Kategorien technischen oder gesellschaftlichen Wandels stoßen hierbei an ihre Grenzen. Das Projekt untersucht daher die Wechselwirkungen und Dynamiken der Digitalisierung aus einer soziologischen und branchenspezifischen Perspektive, ohne ihre Effekte einseitig positiv oder negativ zu bewerten.
Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis ihrer drei zentralen Dynamiken – Durchdringen, Verfügbarmachen und Verstetigen – zu entwickeln und dabei technologische, unternehmensspezifische sowie arbeitsprozessbezogene Aspekte zu berücksichtigen, um einen theoretischen Beitrag zur wissenschaftlichen Konzeptualisierung der digitalen Transformation zu leisten.
Fragestellung des Projekts
Das Projekt widmet sich der zentralen Fragestellung, wie die digitale Transformation der Arbeitswelten (insbesondere der Medizin) als komplexer, vielschichtiger und widersprüchlicher sozio-technischer Prozess adäquat theoretisch-konzeptionell erfasst werden kann. Dazu verfolgt dieses Projekt einen integrierenden Ansatz. Es untersucht, wie die vier grundlegenden Funktionen digitaler Technologien – Automatisierung, Assistenz, Vernetzung und Virtualisierung – in unterschiedlichen sozio-technischen Konstellationen von Arbeit wirksam werden und miteinander interagieren.
Ziel ist es, die digitale Transformation nicht als linearen oder homogenen Prozess zu begreifen, sondern als sozial vorbereitetes, technisch ermöglichtes und diskursiv ausgehandeltes Geschehen, um somit eine tragfähige theoretische Grundlage für ihre wissenschaftliche Analyse und empirische Untersuchung zu schaffen.
Empirisches Vorgehen
Das Projekt verfolgt ein Multi-Method-Design mit qualitativen und quantitativen Ansätzen, um die komplexen Dynamiken der digitalen Transformation auf Meso-Ebene umfassend zu erfassen. Qualitativ werden Expert*innen- und Beschäftigteninterviews eingesetzt, um differenzierte Perspektiven zu zeitlichen Entwicklungen und Kontexten zu rekonstruieren, ergänzt durch teilnehmende Beobachtungen, die prozessuale und implizite Aspekte sichtbar machen. Ergänzt werden diese durch eine quantitative Betriebsbefragung, die den Einsatz digitaler Technologien, Implementierungsstrategien sowie Datenmanagement in Krankenhäusern und ambulanten Pflegeeinrichtungen untersucht.
Die methodische und datenbezogene Triangulation verbindet unterschiedliche Erhebungsarten und Quellen systematisch, um wechselseitige Dynamiken differenziert abzubilden. Ziel ist es, theoretisch und empirisch fundierte Erkenntnisse zur digitalen Transformation von Arbeit zu gewinnen und diese interdisziplinär, in Zukunftsszenarien für den Gesundheitssektor einzubetten.
Prof. Dr. Sabine Pfeiffer
FAU Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Soziologie (Technik, Arbeit, Gesellschaft)
Stephan Graßmann
FAU Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Soziologie (Technik, Arbeit, Gesellschaft)